Echoes

Echoes of the Miraculous

Es begann mit dem Auftragswerk für die Brucknerfesteröffnung 2011, komponiert von Johannes Berauer, das unter Dennis Russell Davis zur Uraufführung gelangte. Das Stück trägt den Titel “Echoes of the Miraculous”. 
Johannes hatte die Idee, mir die originalen Skizzenblätter für die Komposition als grafisches Ausgangsmaterial für eine Serie von Zeichnungen zu überlassen. Ich habe diese Notenblätter bearbeitet und darüber gezeichnet. Die Illustrationsserie verbindet die spannende grafische Struktur der Notenskizze mit meinen Zeichnungen. 

Die Serie erweitert ihr visuelles Konzept um eine klare musikalische Referenz.
Bezüge zum Werk von Johannes Berauer werden dabei als strukturelle Grundlage lesbar, weniger illustrativ als vielmehr rhythmisch gedacht.
Seine Komposition Echoes of the Miraculous bewegt sich im Feld der Neuen Musik und arbeitet mit differenzierten klanglichen Schichtungen und Verdichtungen .
Diese Idee des „Echos“ als zeitlich versetzte Wiederaufnahme spiegelt sich auch in der seriellen Bildanlage.

Darüber hinaus lässt sich eine gedankliche Nähe zu den musikalischen Konzepten von Georges I. Gurdjieff herstellen, dessen Arbeiten auf Wiederholung, Variation und innerer Struktur beruhen. Die musikalische Basis erscheint dabei nicht als direkte Vorlage, sondern als Prinzip von Wiederkehr und Verschiebung.

Im zeichnerischen Zugriff erweitern sich die Arbeiten gegenüber der streng reduzierten Malweise punktuell. Neben Tusche und Tinte – häufig in Blau geführt – treten Farbstifte und Marker hinzu. Die Linie bleibt bestimmend, wird jedoch differenzierter in Dichte, Rhythmus und Überlagerung eingesetzt. Farbigkeit erscheint sparsam, eher akzentuierend als flächig.

Die Blätter entwickeln dadurch eine fein strukturierte Oberfläche, in der sich zeichnerische Präzision und offene Setzung überlagern. So entsteht eine Verbindung von serieller Strenge und variierender Ausführung, die den Werkkomplex inhaltlich wie formal erweitert.

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