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Die innere Wirklichkeit

5 Zeichnungen mit Spitzfeder oder Isograph. Also feine Striche, nur in Schwarz. Phantastische Wirklichkeiten, die inzwischen schon einige Jahre hinter sich gebracht haben.

Die innere Wirklichkeit umfasst fünf Tuschezeichnungen, entstanden 1983 mit Spitzfeder und Isograph, ausschließlich in Schwarz auf weißem Grund – ein Werkzeug, das keine Korrekturen erlaubt und damit jeden Strich zur endgültigen Entscheidung macht. Die Blätter sind nicht komponiert, sondern gewachsen: Motiv für Motiv wurde ergänzt, ohne dass ein Gesamtbild im Voraus feststand, was ihnen die Dichte und Unvorhersehbarkeit eines visuellen Tagebuchs gibt, das sich beim Zeichnen selbst entfaltet. Was dabei entsteht, sind lebendige Flächen – Körper, Augen, Tiere, Gesichter, Alltagsobjekte, Schrift, Architektur, alles gleichzeitig anwesend, ohne Hierarchie, ohne Ruhepunkt – eine Bildsprache, die an die flämische Tradition des Grotesken ebenso erinnert wie an den europäischen Surrealismus der Nachkriegszeit. Die technische Qualität der Linie variiert dabei bewusst: von der freieren, expressiveren Spitzfeder der frühen Blätter bis zur kontrollierten Präzision des Isographen im letzten Werk, wo das Schraffurgefüge fast drucktechnische Schärfe erreicht. Allen fünf Arbeiten gemeinsam ist die Überzeugung, dass die innere Wirklichkeit komplexer, dichter und beunruhigender ist als jede äußere – und dass nur die Zeichnung, Strich für Strich, imstande ist, ihr zu folgen.

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